Methodik Konkurrenzexperiment

[Statistik] [Pflanzenrelevante Parameter] [Experimentdesign]

Die Samen von Brachypodium pinnatum wurden vom Institut für Samengenetik und Kulturpflanzenforschung Gatersleben, Sachsen Anhalt, im März 1999 zur Verfügung gestellt. Ungefähr 2000 Samen von Brachypodium pinnatum wurden entspelzt, auf dreilagigem Filterpapier in Petrischalen (Durchmesser: 9 cm, Höhe: 1,5 cm) gegeben, mit destilliertem Wasser feucht gehalten und in der Klimakammer zur Keimung gebracht. Die Behandlung in der Klimakammer mit 16 Stunden Beleuchtung zu 8 Stunden Dunkelheit bei 20C / 15C erwies sich im "Vorversuch" 1999 als günstig. Im Jahre 2000 wiesen die Samen jedoch vermutlich auf Grund ihres Alters deutlich geringere Keimprozente auf, weshalb auch nicht alle geplanten Wiederholungen durchgeführt werden konnten. Die für das Experiment verwendeten Früchte von Pulsatilla oenipontana wurden 1999 in den Untersuchungsgebieten gesammelt, größtenteils stammten sie jedoch aus der Fläche Thaur / Romediuskirche. Die Früchte wurden mit dem Kopf nach unten, eine Methode die nach SCHERER (1998) am erfolgsversprechendsten ist, in mit Grunderde und Sand (2:1) gefüllte Multitöpfe (Durchmesser der Einzelbehälter: 4,5 cm, Höhe: 5 cm) gesteckt und im Glashaus des Botanischen Gartens zur Keimung gebracht. Die Multitöpfe wurden nach erfolgter Keimung ins Freie in ein Sandbett befördert und überwinterten dort. Im Botanischen Garten der Universität Innsbruck wurden offene PVC-Rohre mit 30 cm Länge und einem Durchmesser von 10 cm auf der Unterseite mit einem Kunststoffvlies und einem Maschengitter aus Metall versehen und in einem Beet versenkt. Sie wurden mit einer Mischung aus gedämpfter Grunderde aus dem Botanischen Garten und Sand im Verhältnis 2:1 gefüllt. Die Keimlinge von Brachypodium pinnatum wurden im Jahr 2000 direkt in die Kunststoffrohre umgepflanzt. Die Jungpflanzen von Pulsatilla oenipontana wurden im Frühjahr 2000 in die Rohre umgepflanzt. Um die ober- und unterirdische Konkurrenz bei Pulsatilla oenipontana und Brachypodium pinnatumzu untersuchen, wurden 6 Serien angelegt. Die jeweiligen Serien wurden durchnumeriert und anschließend zufallsverteilt, um stochastische Effekte minimieren zu können. Um eine gegenseitige Beeinflussung der Versuchsreihen weitestgehend ausschließen zu können, wurde im Abstand von jeweils zwei Rohrdurchmessern (20cm) eine Reihe in horizontaler Ebene gepflanzt, die nächste im Abstand von einem Rohrdurchmesser (10cm) versetzt angelegt usw.. Für die Auswertung der Ergebnisse wurden die Abkürzungen in mit folgendem Zusatz verwendet: Wurde in Konkurrenz (Pulsatilla oenipontana mit Brachypodium pinnatum) der Wert für Pulsatilla oenipontana erhoben, steht der Name dieser Pflanze zuerst (z.B. 1PU 5BP), wurde Brachypodium pinnatum berechnet, wird z.B. mit 10BP 1PU abgekürzt. Das Beet war mit einem Maschendrahtgitter allseitig umzäunt, wurde regelmäßig gegossen und bis zur Etablierung der Brachypodium pinnatum - Keimlinge mit einer Kunststoffmatte, die einer Schilfrohrmatte glich, oberseits abgedeckt. Dies sollte ein Verdorren der empfindlichen Juvenilpflanzen verhindern. Nach Anwachsen und gelegentlichem Nachsetzen der Jungpflanzen wurde diese entfernt und durch ein dünnes Kunststoffnetz ersetzt. Mehrmals jährlich wurde das Beet gejätet, um den Einfluss von Ruderalpflanzen weitestgehend hintanhalten zu können. Am 21.9.2000 wurden die Pflanzen geerntet und die Blattfläche mit Hilfe eines Delta-T Image Analysis-Gerätes (DELTA-T Devices Ltd. Burwell, Cambridge, England) bestimmt. Ober- und unterirdische Teile der beiden Arten wurden getrennt und ausgewaschen. Alle Teile von Pulsatilla oenipontana und Brachypodium pinnatum wurden im Trockenschrank bei 80C bis zur Gewichtskonstanz 48 h lang getrocknet. Nach der Abkühlung im Exsikkator wurde das Trockengewicht mit einer Feinwaage (Ablesegenauigkeit von 0,1 mg) bestimmt. Stängel, Blattstiel und Blattspreite wurden gesondert gewogen, um die oberirdischen Pflanzenteile in assimilierende und nicht assimilierende Teile teilen zu können. Falls vorhanden, kamen auch generative Pflanzenteile zur Auswertung (nur bei Pulsatilla oenipontana).

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