Klima

Um die Entstehung der Trockenrasen rund um Innsbruck verstehen zu können, scheint ein ausführlicher Blick auf das herrschende Klima nötig zu sein. Innsbruck gehört klimageographisch zum westlichen inneralpinen Bereich (HARLFINGER & KNEES 1999).
Die 14h -Temperatur (gemittelt April-August), ein Maß für die Tageserwärmung, das mit der Assimilationsleistung enger als mit dem Tagesmittel korreliert, liegt um 0,9C über dem Österreichdurchschnitt. Das heißt, dass sich die Flächen um Innsbruck im Tagesverlauf mehr erwärmen als vergleichbare Flächen in anderen klimageographischen Regionen in Österreich. Diese hohen Mittagstemperaturen lassen bei günstiger Exposition, also Richtung Süden, die Entstehung eines Trockenrasens zu. Die Standorte von Pulsatilla oenipontana sind durchwegs SW- bis SO-exponiert. Auch gibt es in dieser Region im Schnitt 10 Vegetationstage (Tagesmittel über 5C) mehr als im Österreichdurchschnitt. Die Wärmesumme ist um 227C gegenüber dem Österreichdurchschnitt erhöht.
Im folgenden werden vor allem Parameter herangezogen, die für eine Bewertung der Vegetation wichtig sind. In der Klimatabelle werden die drei Wetterstationen Innsbruck Flugplatz, Innsbruck Universität und Thaur verglichen. Das Jahresmittel der Temperatur beträgt im Raum Innsbruck im Mittel um 8,5C. Diese Temperatur bedeutet für die Österreichische BodenschÄtzung die Einstufung in die Klimastufe a2 bzw. a3 (HARLFINGER & KNEES 1999). Diese Klimastufe ist definitionsgemäß Mischwäldern vorbehalten, im Kulturland treten alle Getreidearten sowie in niederschlagsreichen Regionen Körnermais und Zuckerrübe auf. Der Weinbau und Edelobstbau ist nahezu ausschließlich auf die Klimastufe a beschränkt. Auch befinden sich die besten Grünlandstandorte Österreichs in der Klimastufe a bei mittleren Jahresniederschlagsmengen von mehr als 1200 mm. Das bedeutet, dass sich die Untersuchungsflächen klimatisch gesehen auf höchst produktiven landwirtschaftlichen Flächen befinden.
Die Schneedeckentage, also jene Tage an denen laut ZAMG der Schneeflächenanteil mit mindestens 1cm Höhe über 50% beträgt (Definition seit 1986), sind im Österreichdurchschnitt auf 600m Meereshöhe 86, inneralpin 93, im Raum Innsbruck um 72. Diese Werte hängen zudem stark von der Strahlungsintensität ab, die an südexponierten, mehr oder weniger stark geneigten Hängen hoch ist, sodass die untersuchten Hänge oft schon im Februar ausapern.
Ein wichtiger Parameter für die Vegetation ist die Anzahl der Frosttage von April bis September, also die Spät- und Frühfröste. Anfang der 50er Jahre gab es in Innsbruck noch 7,5 Frosttage im Jahr. Dieser Wert geht statistisch nachweisbar zurück und liegt nun im Jahresmittel am Innsbrucker Flugplatz bei 4,6 Frosttagen, bei der Universität gar nur bei 2,7 Tage.
Grund für das warme Klima im oberen und mittleren Inntal ist einerseits die Leewirkung der vorgelagerten Gebirgszüge (Arlberg, Lechtaler Alpen), denn absteigende Luftmassen tragen nicht nur zur Verringerung der Niederschläge, sondern auch zu Bewölkungsauflockerung und dadurch zu höherer Sonnenscheindauer bei. So ist hier eine Höhenverschiebung der Klimastufen gegenüber dem Osten zu beobachten. Oft angeführt wird auch die Föhnhäufigkeit im Raum Innsbruck. Diese spiegelt sich ja in den Werten der Jahresmitteltemperatur, der 14 h-Temperatur und der Anzahl der Tage mit Schneebedeckung wider. Günstige Strahlungsbedingungen sind besonders in Südhang- und Terrassenlagen zu verzeichnen, die über den bodennahen Inversionen oder Tallandschaften liegen. Nicht zu vernachlässigen ist zudem die erhöhte Strahlung, die geneigte Hänge gegenüber horizontalen Flächen genießen.

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